Sozialassistenz
Der Ausbildungsinhalt

Der/Die Sozialassistent/in erwirbt Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ihn/sie befähigen, im sozialpädagogischen und sozialpflegerischen Bereich nach Anleitung und in begrenztem Umfang selbständig zu arbeiten. Diesem Ziel dienen als Ausbildungsschwerpunkte unterschiedliche Fächer aus dem allgemeinbildenden, fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht.

Struktur und Inhalt der Ausbildung

Die Ausbildung besteht aus einer theoretischen und praktischen Ausbildung an der Höheren Berufsfachschule des Bildungswerkes und dauert 24 Monate. Die Ausbildung endet mit einer Abschlußprüfung durch das Kultusministerium des Landes Thüringen.

Besucht die Schülerin/der Schüler den Ergänzungsunterricht in Mathematik, besteht er die Ergänzungsprüfung und absolviert ein halbjähriges Praktikum in einer sozialen Einrichtung, dann kann mit dem Berufsabschluss die Fachhochschulreife erworben werden.

Dem theoretischen und praktischen Unterricht liegt ein Lehrplan des Landes Thüringen zugrunde.
Die Ausbildung setzt sich aus unterschiedlichen, sich aufeinander beziehenden Bausteinen zusammen. Dieser Aufbau dient der Erarbeitung der einzelnen Lernziele in einem sinnvollen Zusammenhang.

Hierbei lassen sich drei prinzipiell unterschiedliche Lernziele formulieren:
a) Vermittlung von Wissen und Sachinformationen
b) Lernen durch Erfahrung (Praktische Übungen)
c) Erhöhung der Selbst- und Fremdwahrnehmung

Allgemeinbildender Unterricht

Fächer aus dem allgemeinbildenden Unterricht sind: Berufsethische Grundfragen, Sport, Deutsch und Englisch. Diese Fächer vertiefen und erweitern Wissen und Können in ausgewählten sprachlichen lebensorientierenden, sozialkundlichen und motorischen Bereichen.

Fachtheoretischer Unterricht

Fächer aus dem fachtheoretischen Unterricht sind: Erziehungslehre, Ernährungslehre, Hauswirtschaft/Rechnungswesen, Sozial- und Rechtskunde, Gesundheitslehre, Informatik, Werkerziehung, Kunsterziehung, Fest- und Feiertagsgestaltung, Musikerziehung, Sprecherziehung, Darstellendes Spiel.

Erziehungslehre

Der/Die Sozialassistent/in setzt sich im Fach Erziehungslehre mit den Themengebieten: der Mensch, die Familie, Lebensraum und soziale Bezüge, Entwicklung und Erziehung des Menschen sowie mit Aspekten berufsspezifischen Handelns auseinander. In dem umfangreichen Lernabschnitt „Entwicklung und Erziehung des Menschen" wird das gesamte menschliche Leben in seinen geistigen wie körperlichen Besonderheiten angesprochen. Der/Die Sozialassistent/in hat somit einen breiten Kenntnisstand, der es ihm/ihr ermöglicht, notwendige Erziehungsaufgaben und sozialpädagogische Verhaltensorientierungen für jede Lebensaltersstufe zu entwickeln.

Ernährungslehre

Im Fach Ernährungslehre erwirbt der/die Schüler/in Kenntnisse über die grundlegenden Anforderungen an eine bedarfsgerechte vollwertige Ernährung. Er/Sie hat einen Überblick über den Energie- und Nährstoffbedarf verschiedener Alters- und Bevölkerungsgruppen und über ernährungsbedingte Krankheiten sowie diätetische Maßnahmen.

Hauswirtschaft

Im Bereich Hauswirtschaft wird das notwendige Fachwissen zur Führung eines Haushaltes und zur Haushaltspflege vermittelt. Der/Die Schüler/in verfügt über hauswirtschaftliche Grundlagen der Lernbereiche Arbeitsorganisation, Einkauf, Wohnen, Haushaltstechnik, Hausreinigung, Materialpflege sowie Wäsche- und Textilpflege.

Rechnungswesen

Im Fach Rechnungswesen liegt der Schwerpunkt im Anwenden von Algorithmen, z.B. beim Dreisatzrechnen, Mischungsrechnen und Verteilungsrechnen. Ein weiterer Komplex ist den „Rechnen mit Größen" gewidmet. Die Aufgabenstellungen sind praxisbezogen und kommen aus den Fächern Hauswirtschaft und Ernährungslehre.
Mit erfolgreich abgeschlossener Ausbildung verfügt der Schüler/die Schülerin im Fach Sozial- und Rechtskunde über ein solides Wissen über das Berufsbild und die Berufstätigkeit. Er/Sie hat sich mit den sozialpflegerischen/sozialpädagogischen Einsatzgebieten, dem Sozialsystem der Bundesrepublik Deutschland soweit auseinandergesetzt, daß er/sie die Struktur der Sozialgesetzgebung begreifen und die konkreten Ausgestaltungsmöglichkeiten des Sozialstaatsauftrags des Grundgesetzes für seine/ihre zukünftige Berufspraxis erkennt.

Gesundheitslehre

Im Fach Gesundheitslehre vertiefen die Schüler/innen ihr Wissen über den menschlichen Organismus und Möglichkeiten seiner Gesunderhaltung. Sie erlangen Kenntnisse über gesundheitsbeeinträchtigende Umweltfaktoren, Infektionskrankheiten, Häusliche Krankenpflege, Fortpflanzung und Entwicklung des Menschen, Gerontologie sowie Aufbau und Aufgaben des öffentlichen Gesundheitswesens. Damit erhalten sie die notwendigen Schlüsselqualifikationen, die sie zum Mitdenken, Mitentscheiden und Mitverantworten im Beruf befähigen.

Informatik

Die Ausbildung im Fach Informatik soll sowohl über eine Vielzahl von Computeranwendungen informieren als auch solide Grundkenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit Computerhard- und -software vermitteln. Im Vordergrund steht dabei die Bedienung grafischer Benutzeroberflächen. Im Mittelpunkt des anwendungsorientierten Lehrplanteiles stehen Textverarbeitung, Datenbanknutzung und Tabellenkalkulation.

Werk- und Kunstserziehung

Die unterschiedlichen Bereiche in Werk- und Kunsterziehung geben dem Schüler/der Schülerin die Möglichkeit, die eigene Kreativität zu entdecken und zu fördern. Er/Sie ist in der Lage, die Grundkenntnisse über die Vielzahl der künstlerischen Techniken mit den unterschiedlichsten Materialien und die Freude am schöpferischen Tun an andere weiterzugeben.

Fest- und Feiertagsgestaltung

Die Ausbildung in Fest- und Feiertagsgestaltung befähigt zur Durchführung von persönlichen und gesellschaftlichen Festen in verschiedenen Altersgruppen. Anhand von praktischen Übungen haben der Schüler/ die Schülerin gelernt, methodisch-didaktische Überlegungen in die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eines Festes einzubeziehen.

Musikerziehung

Die Ausbildung in Musikerziehung beinhaltet die Schwerpunkte:

  • Singen als unverzichtbarer Lebensausdruck, der die individuelle Persönlichkeitsentwicklung 
stärkt und kommunikative Prozesse fördert,
  • Elementare Musiklehre zur Festigung bzw. Klärung von Grundbegriffen der Musik, um eine 
bewußtere und kreative Musikausübung zu ermöglichen.
  • Bewegung und Musik elementar im überlieferten Tanz und in freier Bewegungsgestaltung,
  • Instrumentalunterricht als Ermöglichung selbständiger musischer Aneignung neuen einfachen
Liedgutes und gegebenenfalls zur Gestaltung von Klangteppichen oder ähnlichen.

Sprecherziehung

Im Lerngebiet Sprecherziehung entwickelt der Schüler/die Schülerin die Fähigkeit gesprochene Sprache bewußt und differenziert wahrzunehmen und als wichtiges berufliches Kommunikationsmittel zu begreifen. Der Schüler/Die Schülerin erwirbt Kenntnisse über sprachliche Gestaltungsmittel und den wirkungsvollen Einsatz der Körpersprache; lernt Gespräche zu führen, Meinungen auszutauschen und sich kommunikationsfördernd auf Partner und Situation einzustellen

Fachpraktischer Unterricht

Der fachpraktische Unterricht erfolgt in den Bereichen Haushalt, Ernährung, Pflege und Erziehung. Die fachpraktischen Fächer ermöglichen Einblicke in die verschiedenen Aufgaben und Problemfelder der zukünftigen möglichen Arbeitsfeldes eines Sozialassistenten/einer Sozialassistentin und vermitteln grundlegende Handlungskompetenzen für das zukünftige Arbeitsfeld.

Haushalt

Der fachpraktische Unterricht im Bereich Haushalt vermittelt praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Hausreinigung und Materialpflege sowie der Wäsche- und Textilpflege. Der Umgang mit ausgewählten elektrischen Groß- und Kleingeräten und der Überblick über Wohnmöglichkeiten in Privat- und Gemeinschaftseinrichtungen sind weitere Schwerpunkte.

Ernährung

Im Praxisbereich Ernährung stehen die Schwerpunkte Einkauf und Zubereitung von Speisen, die Berücksichtigung arbeitsorganistorischer Gesichtspunkte, Hygienemaßnahmen und Aspekte des Arbeits- und Umweltschutzes im Vordergrund.

Pflege

Im Bereich Pflege spielt die Hilfeleistung bei der Mobilisierung des hilfebedürftigen Menschen (unter Anleitung) und bei der Nahrungsaufnahme eine große Rolle. Aspekte der Hygiene werden ebenso berücksichtigt wie das Einüben von angemessenem Verhalten gegenüber pflegebedürftigen Menschen.

Erziehung

Für den Praxisbereich Erziehung steht die Unterstützung des Fachpersonals im pädagogischen und im lebenspraktischen Bereich im Mittelpunkt. Hier wird das angemessene Verhalten gegenüber Kindern, Jugendlichen und behinderten Menschen eingeübt.


Innerhalb des Fächerkanons erwerben die Schüler/innen folgende Kompetenzen:
Beobachtungs- und (Eigen-) Reflexionsfähigkeit

  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit im Team
  • Bewußter Umgang mit Interaktions- und Kommunikationsstörungen
  • Anwendung der Sprache als wesentliches Kommunikationsmittel